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Leitbild

1. Arbeitsbereiche

Das Institut für Lern-Innovation (ILI) geht aus vom grundlegenden Recht jedes Menschen, durch Lernen und den Aufbau von Kompetenzen in einem lebenslangen Prozess persönliche Wünsche und Fähigkeiten angemessen zu entwickeln und sozial und gesellschaftlich verantwortlich anzuwenden.

Ein solches Recht zum "kompetenten Lerner"/"kompetenten Bürger" bedingt eine laufende, systemische Verbesserung aller erforderlichen Prozesse und Strukturen, um entsprechende Lernprozesse anzustoßen, zu unterstützen und aus ihren Ergebnissen Nutzen zu ziehen.

In einer entsprechenden systemischen Perspektive trägt das Institut für Lern-Innovation (ILI) forschend zu verbesserten Erkenntnissen über Prozesse des Lernens, deren Rahmenbedingungen und Folgen bei, insbesondere unter dem Einfluss sich rasch und tiefgreifend ändernder gesellschaftlicher und technologischer Prozesse (z.B. demographischer Wandel, Globalisierung und Mobilität, Individualisierung und Wertewandel, technologische Innovationen, Wege in die Wissensgesellschaft).

ILI konzipiert und entwickelt Methoden, Werkzeuge und Teilsysteme, die eine Umsetzung erkannter, strategischer Veränderungsprioritäten initiieren und unterstützen können. Die Ergebnisse setzt es in innovativen Angeboten zum Lernen und zur Kompetenzentwicklung um, die hinreichend groß und sichtbar sind, um die Übertragung der erfolgreichen Elemente in die breite gesellschaftliche Anwendung zu ermöglichen.

Es beobachtet, analysiert und bewertet alle Wirkungen/Ergebnisse entsprechend ihrem Beitrag zum Erkenntnisgewinn, ihrem Nutzen für die Lernenden und ihrem systematischen Beitrag zur Weiterentwicklung von Lernprozessen in der Gesellschaft.

Über Bildungsinstitutionen und formelles Lernen hinaus wird verstärkt das non-formelle und informelle Lernen untersucht und qualitativ gefördert mit dem Ziel einer stärkeren, individuellen wie institutionellen Vernetzung der unterschiedlichen Lernformen.

Lernen wird als langfristiger, nachhaltiger Prozess in der Balance von Anpassung und Veränderung gesehen, daher über die gesamte Lebensspanne und in allen Bereichen von Personen wie von Institutionen. Durch Lernprozesse charakterisierte Lebens-/Entwicklungs-Abschnitte wechseln dabei mit Abschnitten niedrigerer Lern-Priorität. Folglich bleiben Phasen der allgemeinen und beruflichen Grundausbildung ebenso zentrale Arbeitsbereiche wie Phasen der beruflichen Um- und Neuorientierung und der Übergänge von Erwerbstätigkeit zu ehrenamtlichen/privaten Aktivitäten.

Technologien und elektronische Medien in Lernprozessen waren bei Gründung von FIM (1976, Fernstudium im Medienverbund, ursprünglicher Name von ILI) vor allem in marginalen Bereichen für spezielle Zielgruppen und Lernziele bedeutsam. Inzwischen finden sich immer weniger Lernprozesse ohne eine Nutzung digitaler Ressourcen im weitesten Sinn. Es ist absehbar, dass Lernen immer seltener ohne digitale Unterstützung stattfinden wird, dass also Begriffe wie eLearning oder "Technology Enhanced Learning" (TEL) das Lernen insgesamt beschreiben werden.

Technologiegestütztes Lernen wird gleichzeitig von verschiedenen Perspektiven bearbeitet: inhaltliche, didaktisch/methodische, technologische, soziale/lernunterstützende, organisatorische, ökonomische und gesellschaftliche (Valorisierung) Faktoren, sowie ergebnisbewertende (Evaluation), alle in engen Wechselbeziehungen zueinander.

2. Forschungsfelder

ILI arbeitet vor allem auf folgenden Feldern:

  • Erforschung und Entscheiderberatung zu bildungspolitischen Rahmenbedingungen.
  • Beobachtung, Analyse, Vorausschau und Verbreitung von Informationen zu Entwicklungen im Bildungsbereich und in verbundenen Bereichen (z.B. good practice, impact and policy assessment).
  • Aufbau und nachhaltige Unterstützung von Netzwerken für unterschiedliche Zielgruppen und Themen, regional, national und international, Communities of Practice, Scientific Communities.
  • Entwurf, Entwicklung, Implementation und Evaluation von Lernangeboten unterschiedlicher Themen, Umfangs, unter Integration inhaltlicher, technologischer, unterstützender, organisierender und bewertender Elemente, überwiegend in Kooperation mit anderen Einrichtungen.
  • Lerntechnologische Entwicklungsarbeiten vor der Netz- und Rechner-/Serverkonfiguration bis zur Dienste-Architektur und System-Integration von technologischen Lernsystemen in allen Aspekten einschließlich der Mitwirkung an der Entwicklung von Open Source/Open Educational Ressource Systemen.

Auf der Grundlage seiner wissenschaftlichen Ergebnisse, Erfahrungen und Vernetzung und der darauf aufbauenden Kompetenzen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bietet ILI eine Reihe von Know-How Transferleistungen an mit dem Ziel einer engen Verzahnung von Forschung mit der forschungsnahen Anwendung:

  • Lernangebote (Hochschullehre, Qualifizierungen, Weiterbildung) zu den genannten Forschungs- und Entwicklungsfeldern
  • Methodisch-didaktische Konzeption, Beratung, Unterstützung, Bewertung
  • Technologische Konzeption, Beratung, Unterstützung
  • Qualitäts-Management und -Sicherung in Lern- und Qualifizierungssystemen
  • Organisatorisch-administrative Konzeption, Beratung, Unterstützung,

3. "Gelungenes Lernen" für ILI

Gelungenes Lernen liegt für ILI vor, wenn ein Individuum ermutigt und angemessen unterstützt wird, die eigenen Entwicklungspotentiale auszuloten, dauerhafte Motivation für die angestrebten Ziele zu entwickeln, sich des eigenen Kompetenzprofils und der angestrebten Kompetenzentwicklung bewusst zu werden, individuell angemessene Lernressourcen zu identifizieren, zu erschließen und der eigenen Situation entsprechend zu koordinieren.

Dazu erhält es an die inneren und äußeren Rahmenbedingungen angepasste Unterstützung. Vorwissen und informelle Lernprozesse können produktiv genutzt werden, um individuell lebensrelevante Kompetenzen zu erweitern, dauerhaft anzuwenden, deren Folgen zu bewerten und zu reflektieren.

Diese Prozesse werden fortlaufend verbessert, um einen Beitrag zu leisten zur individuellen Lebensqualität, zur sozialen Integration, zur Freude am weiteren Lernen und damit insgesamt zur weiteren Entwicklung der Gesellschaft, insbesondere

  • zur Wahrung gleicher Rechte und Entwicklungsmöglichkeiten für alle Bürgerinnen und Bürger ohne Einschränkungen für bestimmte Gruppen
  • des gegenseitigen Respekts und der Achtung der Meinung anderer im Rahmen der verfassungsmäßigen Rechte
  • des Rechtes wie der Verpflichtung der offenen, argumentativen und reflektierten Begründung des eigenen Handelns
  • der Verpflichtung des Einzelnen gegenüber der Gesellschaft, die eigenen Potentiale durch Lernen und Kompetenzentwicklung angemessen zu entwickeln und damit zur Weiterentwicklung der Gesellschaft solidarisch beizutragen.

4. Lerner/innenbild

Alle Lerner/innen sind für ILI ohne Ausnahme selbstständig, entscheidungsfähig, fähig zur Selbstorganisation, urteilsfähig, kommunikationsfähig und lernwillig, sie sind für uns Partner/innen bei einer gemeinsamen Anstrengung. Lernen ist für ILI ein sozialer Prozess.

Dem individuell Lernenden bzw. einer bestimmten Zielgruppe mit wesentlichen gemeinsamen Merkmalen entsprechend werden alle Lernangebote angepasst entsprechend den Aspekten: Auslöser der Lernaktivität, Vorwissen, Auswahl und Abfolge von Lernepisoden/Lernobjekten, Einfluss- und Gestaltungsmöglichkeiten durch den Lernenden, Differenzierung, Art, Intensität und Verlauf der Betreuung (Inhalt, Umsetzung, Motivation), Angebote zur Kommunikation, technologische Anforderungen. Ziel ist die bestmögliche Übereinstimmung von Lerngelegenheiten und individuellen Bedürfnissen.

Wir ermutigen alle am Lernprozess Beteiligten zu häufigem Rollenwechsel zwischen den Rollen: Lernende, Lehrende, Unterstützende.

5. Prinzipien der internen und externen Zusammenarbeit

Interne Zusammenarbeit: Hier gelten folgende Selbstverpflichtungen:

  • jede/r akzeptiert wechselnde Rollen als Verantwortlicher und/ oder Mitarbeiter eines Teams
  • jede/r ist potentiell Dienstleister für andere im Rahmen der übertragenen Verantwortung. Bei Interessenskonflikten zwischen Projekten (intern und extern) greift das im QB Führung beschriebene Konsens- und Entscheidungs-Modell
  • jede/r kommuniziert offen und transparent über die eigene Arbeit. Erledigte Arbeitsschritte werden allen anderen Beteiligten kommuniziert (z.B. Mail cc)
  • alle wichtigen Arbeitsergebnisse werden einem Peer-Review-Prozess unterzogen
  • jede/r vertritt offen seine eigenen Interessen; werden Interessen nicht offen vertreten, gehen sie nicht in Konsens- und Entscheidungs-Prozesse ein
  • jede/r (be-)achtet die Interessen, Bedürfnisse und Sichtweisen der Kolleg/innen
  • jede/r trägt Mehrheitsentscheidungen mit, die in einem partizipativen Prozess zustande kommen und dokumentiert sind
  • jede/r verfolgt übertragene Verantwortungen an Aktivitäten bis zu deren Ende oder bis zur expliziten Übergabe an einen anderen Verantwortlichen. Dies sollte so frühzeitig wie möglich klar vereinbart, bei größeren Aufgaben schriftlich fixiert werden
  • jede/r fühlt sich für das jeweilige Gesamtergebnis verantwortlich, zu dem sie/er beiträgt
  • die Qualität des Gesamtergebnisses hat Priorität
  • Kritik von Arbeitsergebnissen anderer ist nur mit dem Ziel gemeinsamer Verbesserungsprozesse hilfreich und angemessen

Externe Zusammenarbeit: Hier verpflichtet sich ILI zu folgenden Leitlinien:

  • Entscheidungen über externe Zusammenarbeit werden von der Leitung auf der Grundlage des Leitbildes getroffen. Die Entscheidungsgründe sind offen zu legen und zu begründen. Wo angemessen sind Chancen und Risiken vor der Entscheidung mit dem Ziel eines beratenden Meinungsbildes zu diskutieren.
  • ILI strebt nachhaltige Lösungen an, bei denen die Kunden nicht in die längerfristige Abhängigkeit zu bestimmten Anbietern kommen.
  • Zeitliche und Qualitäts-Zusagen werden auf der Grundlage klarer, dokumentierter Anforderungen realistisch eingeschätzt und eingehalten, soweit dies von ILI verantwortet wird.
  • Alle Kooperationen werden durch ein Qualitätsmanagement begleitet.
  • ILI unterstützt Partner bei der Ermittlung des Bedarfs immer unter Berücksichtigung der Interessen des 'Endnutzers' (in der Regel Lerner/in).