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Kalender 2017 - Intro

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Emotionen

„German Angst“ ist eine kollektive Emotion, die Deutschland im Jahre 2016 wieder einmal epidemieartig befallen hat (siehe Monat Mai). Dieses Phänomen haben wir zum Anlass genommen, für das Jahr 2017 menschliche Emotionen in den Blick zu nehmen.

Nach einem verbreiteten Strukturierungsansatz für das Fach Psychologie gehört das Gebiet „Emotion“ neben Motivation, Wahrnehmung, Denken und weiteren zu dem Bereich der Allgemeinen Psychologie. Darunter werden alle Bereiche der menschlichen Persönlichkeit subsumiert, von denen man annimmt, dass sie allgemeinen Gesetzmäßigkeiten folgen, die sich in „Wenn... dann“-Beziehungen formulieren und empirisch überprüfen lassen. Ein Beispiel: Wenn ich in eine Situation gerate, für die ich aktuell keine Lösung kenne, dann befällt mich Angst. Das hieße umgekehrt auch, dass ich Personen in Angst versetzen kann, wenn ich ihnen die Kontrolle über ihr Verhalten entziehe.

Genug der Wissenschaftstheorie (und Praxis), etwas Historie!

The Expression of Emotions in Men and Animals (Darwin, 1872) wird als Ausgangswerk der wissenschaftlichen Emotionsforschung gesehen. Darwin beschreibt darin die Natur von Emotionen, ihre Phylogenese bei Mensch und Tier und Bedingungen ihrer je aktuellen Entstehung.

Zu einer gewissen Verbreitung gelangten auch die Emotionstheorien von James und Lange (1884/1885), die annahmen, dass Emotionen Folgen körperlicher (viszeraler) Veränderungen sind, die sich ohne weitere kognitive Verarbeitung einstellen. Dieser Ansatz zog eine lange Folge von kontroversen Diskussionen nach sich, die noch anhalten, darunter die Zwei-Faktoren-Theorie (physiologische Erregung + Kognition) von Schachter in den 60er Jahren.

Große Verdienste um die empirische Erforschung von Emotionen erwarben sich die Psychologen Paul Ekman und Wallace Friesen, die unter anderem deren genetische Komponente durch ihre interkulturelle Konstanz zu belegen und echte von unechten Emotionen aufgrund der Analyse von Mikroexpressionen zu unterscheiden versuchten. Dieses Verfahren zeitigte sogar kommerziellen Erfolg.

Ihr Forschungsinstrument war das Facial Action Coding System (FACS), ein Notationssystem mimischer Mikro-Bewegungseinheiten, mit welchen sich unterschiedliche Emotionen rekonstruieren lassen.

Ohne Emotionen wäre unser Leben fad (was uns dann allerdings nicht auffallen würde). Überschäumende Emotionen bergen ein hohes Gefahrenpotential. Wenn sich Emotionen jeglichen kognitiven Zugriffs entziehen, werden sie Quelle zwischenmenschlicher Konflikte.
ILI wünscht Ihnen ein emotional ausgewogenes, kognitiv eingebettetes Jahr 2017, frei von allen post-faktischen Anwandlungen von „German Angst“.

Audio: Emotionen - warum verstehen wir Mimik?

 


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