Forschungsprofil

Das Institut für Lern-Innovation - ILI - beschäftigt sich mit Innovationsprozessen im Bereich Lernen, Lehren, Bildung und Kompetenz-Entwicklung, in einer systemischen Perspektive und bezogen auf die grundlegenden Veränderungsprozesse wie den demographischen, technologischen und gesellschaftlichen Wandel.

Aus den einschlägigen Forschungen und Erfahrungen des Instituts seit 1976 und aus der kontinuierlichen Beobachtung der gesellschaftlichen Entwicklungen haben sich die folgenden Forschungslinien (mit Beispielen) entwickelt, die sich jeweils in Projekten widerspiegeln.

1. Lebenslanges Lernen und (Lifewide Learning)

  • Lernen und Demographischer Wandel / "Aging Societies"
  • Intergenerationelles Lernen / Austausch - Erhalt des Weltwissens und des kulturellen Erbes
  • Kompetenzerhalt ältere Arbeitnehmer
  • Berufliche Weiterbildung - Öffnung der Lern/Lehrinstitutionen
  • Formelles und informelles Lernen (ePortfolio...)

Beispiele:

Erhöhen der Beteiligung an formellen und non-formellen Lernprozessen; Identifikation und Verringern von Lern- und Bildungsbarrieren und -begrenzungen; Verbreitung und Intensivierung von Weiterbildungsprozessen; verstärken von Synergien zwischen formellen und informellen Lernprozessen; Kompetenzanpassung, Lernprozesse und Lebensqualität, gesellschaftlicher Zusammenhalt/Citizenship, ökonomische Entwicklung, gesellschaftliche Innovationsfähigkeit

2. Lernen in neuen Settings

  • Selbstgesteuertes, selbstverantwortetes Lernen
  • Lerngemeinschaften
  • Lernen durch Lehren
  • Skalierung und Ersatz von Präsenz
  • Unterstütztes Lernen
  • Mobiles Lernen
  • Lernen durch Spielen

Beispiele:

Behavioristische, kognitivistische, konstruktivistische, konnektivistische Lernthoerien, Monitoring, Feedback, Tutoring, scaffolding, selfassessment, intelligent agents, Personal Learning Environments, Lernpfade, learning communities, peer support, Rollenwechsel vom Lernenden zum Lehrenden,, virtuelle Unterstützung von Präsenz , präsenzunterstützte Virtualität, virtuelle Realitäten, augmented reality and virtuality, smart mobile devices, study-life-balance, gamification, serious games

3. Chancengleicher Zugang zu Lernen, Bildung und Kompetenzentwicklung, Vielfalt nutzen (Diversity)

  • Umgang mit Bildungsunterschieden
  • Sicherung von Abschlüssen
  • Lernen in spezifischen Lebenslagen
  • Berücksichtigung kultureller Hintergründe und sozio-ökonomischer Aspekte
  • Lernen mit Behinderung
  • Diversität diagnostizieren

Beispiele:

Lernprozesse zur Verbesserung der "Work-Life-Balance", Kompetenzentwicklung für "Berufsrückkehrerinnen"; offene Lernangebote für Gruppen mit besonderen Bedürfnissen/mit Behinderungen; Bildungsangebote/Unterstützungsprozesse für bildungsfernere Gruppen; unterschiedliches Lernverhalten, "Lernkulturen"; Social Inclusion, Migration und Lerngelegenheiten; Förderung der Kompetenzentwicklungs-Potentiale für eInclusion, Beschäftigte in KMUs, in Sektoren im strukturellen Wandel und in Regionen geringerer Bildungs-Infrastruktur; schwer vermittelbare Arbeitssuchende und Förderung von "Employability"; Vermittlung von Basiskompetenzen des Erwerbslebens, integrierte Orientierungs- und Beratungsstrukturen über die Lebensspanne.

4. Kompetenzentwicklung für Lehrende, Unterstützende

  • Neue Wege der Wissensvermittlung (von Vorschule bis Hochschule)
  • Tutorenschulungen / Train the trainer
  • Know-how Transfer

Beispiele:

Weiterentwicklung von e-Komponenten und e-Unterstützung in unterschiedlichen Arten von Lernprozessen wie Web 2.0-Funktionalitäten, "embedded learning", Simulationen, "Game Based Learning"; Wandel von der Wissensvermittlung zur individuellen Kompetenz- Entwicklung einschließlich neuer Wege der Messung und Zertifizierung reflexiver, wissenschaftsbasierter Kompetenzen; Vermittlung und Weiterentwicklung von Schlüsselqualifikationen/neuen Kulturtechniken ("knowledge literacy"); integrierte Analyse von individuellen und gesellschaftlichen Lernprozessen ("societal learning"); Unterstützung von Reformprozessen in Bildungsinstitutionen - z.B. BOLOGNA- und KOPENHAGEN-Prozess, "Open Classroom", Virtuelle Hochschulen/Virtuelle Lehre, "Digital Integration" und "eScience", Virtuelle Elemente in der Weiterbildun; Lernen im Arbeitsprozess; Integriertes Wissens- und Kompetenz-Management; Beschäftigungs-Flexibilisierung; physische und virtuelle Mobilität in Qualifizierungs- und Arbeitsprozessen; lebensbegleitende ePortfolios; Kompetenzmanagement-Systeme einschließlich Konzepte des Datenschutzes und des geistigen Eigentums; Open Content; Anreizsysteme für Lernprozesse; Lernfreude.

5. Qualität

  • Dimensionen und Qualität technologiegestützten Lernens
  • Methoden und Konzepte
  • Evaluation
  • Qualitätsmagement

Beispiele:

Lehrer-Aus- und Weiterbildung und deren Funktions- Rollenwandel; Tutorenschulung und -unterstützung; Integration von Ausbildung und Praxis-Innovation; individualisierte Diagnose und Förderung von Lernprozessen und förderlichen Lernkontexten; Qualifizierung nicht professioneller/temporärer Lernunterstützer; nachhaltiger Aufbau, Förderung und Weiterentwicklung von selbstorganisierten "ExpertCommunities" zur Lernprozess-Unterstützung auf allen Ebenen; Unterstützung differenzierender Professionalisierungsprozesse wie, planen und Entscheiden von Innovationen ('Change Management'), 'Supervision und Expert-Communities'; 'Krisenintervention und Beratung'.

6. Modellierung von Bildungssystemen

  • Organisationsentwicklung
  • Modellversuche - Prototypen
  • Gestaltung und Entwicklung von Lernumgebungen
  • Bildungssystemvergleiche

Beispiel:

Kontextualisierung von Qualitäts-Management-Modellen; Dialog orientierte Konsensprozesse für die Qualitätsentwicklung; Evaluationsprozess-Methoden und deren Integration in Qualitätszyklen; Anwendung von Bench-Marking, Bench-Learning; Lerner-Orientierung in Qualitätsprozessen; Definitions- und Konsens-Prozesse bei der Identifikation von Qualitätszielen; Peer Reviewing, Peer Tutoring, Peer Learning als Qualitätsprozesse, einschließlich zugehöriger Methodenentwicklung und Implementation in der Breite; Qualitätsmanagement für Forschungsprozesse.